Das Bad ist fertig, und die Kundin sagt beim Abschied: „Das war wirklich top, ich empfehle Sie weiter.“ Bei Google taucht davon nie etwas auf.
Zwei Straßen weiter hat ein anderer Betrieb achtzig Bewertungen, du hast neun. Vermutlich arbeitet er nicht besser als du. Er fragt nur, und zwar so, dass es dem Kunden leichtfällt.
Kurz gesagt
- Fragen ist erlaubt, auch direkt beim Kunden. Den Link zum Bewerten schickst du ihm danach.
- Deinen eigenen Bewertungslink holst du dir in vier Schritten aus deinem Google-Profil.
- Verboten sind Belohnungen, gezieltes Bitten um gute Bewertungen und den Kunden aufzufordern oder zu drängen, noch vor Ort zu schreiben.
- Im Handwerk sind Bewertungen rar: Ein Elektriker im Raum Wesel hat im Median 6. Median heißt, die Hälfte hat weniger, die Hälfte mehr.
Der Selbsttest
Geh die fünf Fragen einmal ehrlich durch. Zu jedem Nein steht darunter, wie es sein sollte.
- Hast du deinen Bewertungslink so gespeichert, dass du ihn in zehn Sekunden verschicken kannst?
- Hast du im letzten Monat mindestens einen Kunden persönlich um eine Bewertung gebeten?
- Fragst du alle Kunden, auch die, bei denen es zwischendurch gehakt hat?
- Kommst du ohne Rabatte oder Geschenke für Bewertungen aus?
- Hast du auf deine letzten Bewertungen geantwortet?
Die fünf Fehler und wie es richtig aussieht
Fehler 1
Kein Bewertungslink griffbereit
Woran es hakt
Ohne eigenen Link muss der Kunde dein Profil erst selbst suchen, bevor er eine Bewertung schreiben kann.
So sollte es sein
Dein eigener Bewertungslink liegt als Notiz oder Textbaustein in WhatsApp Business bereit. So holst du ihn laut Google-Hilfe:
- Dein Google-Profil aufrufen, angemeldet mit dem Google-Konto, mit dem du es verwaltest.
- „Rezensionen lesen“ antippen.
- „Mehr Rezensionen erhalten“ auswählen.
- „Kopieren“ wählen.
Den passenden QR-Code für Visitenkarte oder Übergabeprotokoll bekommst du an derselben Stelle, allerdings nur am PC, nicht am Handy.
Fehler 2
Du fragst gar nicht
Woran es hakt
Das Lob beim Abschied landet nicht von allein bei Google. Oft braucht es dafür eine kurze Frage von dir.
So sollte es sein
Du fragst, wenn der Kunde gerade selbst etwas Positives gesagt hat: bei der Abnahme, bei der Schlüsselübergabe, wenn er sich für die schnelle Hilfe bedankt. Ein Satz reicht: „Das freut mich wirklich. Darf ich Ihnen heute Abend einen Link schicken? Eine ehrliche Bewertung bei Google hilft mir sehr.“
Am Abend schickst du den Link, so kann er in Ruhe schreiben: „Guten Abend Frau Beispiel, danke noch mal für heute. Hier ist der Link, von dem ich erzählt habe: [dein Link]. Schreiben Sie gern, was Ihnen gefallen hat und was nicht. Viele Grüße, [dein Name]“
Fehler 3
Du fragst nur die Zufriedenen
Woran es hakt
Google verbietet, Kunden gezielt um positive Bewertungen zu bitten oder negative zu verhindern, etwa indem du nur die fragst, bei denen alles glatt lief (Richtlinien).
So sollte es sein
Du fragst jeden Kunden, auch nach einem holprigen Auftrag, zum Beispiel beim Abschlussgespräch: „Wie zufrieden sind Sie am Ende? Ich freue mich über eine ehrliche Bewertung.“ Schreib in deine Nachricht ruhig „was Ihnen gefallen hat und was nicht“. Du bittest um eine ehrliche Meinung, keine fünf Sterne.
Fehler 4
Belohnung oder Druck
Woran es hakt
Um Bewertungen bitten darfst du, solange du nichts dafür anbietest und die Bewertung nicht beeinflusst. Bewertungen, die durch Anreize entstanden sind, entfernt Google aus Google Maps.
So sollte es sein
- Keine Gegenleistung: kein Rabatt, keine Gratis-Wartung, kein Gutschein als Dankeschön.
- Kein Druck: Du darfst den Kunden nicht auffordern oder drängen, die Bewertung noch vor Ort zu schreiben.
- Keine Vorgaben: kein vorgeschriebener Text, keine Namen bestimmter Mitarbeiter, keine Stückzahlen für dein Team.
- Keine Familienrunde: Familiäre Beziehungen und eine aktuelle oder frühere Beschäftigung nennt Google als Beispiele für einen Interessenkonflikt. Deine Gesellen und deine Schwester schreiben also keine Bewertung.
Fehler 5
Bewertungen bleiben unbeantwortet
Woran es hakt
Wer dein Profil liest, sieht auch, ob du auf Bewertungen reagierst.
So sollte es sein
Du antwortest auf Bewertungen, wie Google es empfiehlt, und unterschreibst bei kritischen mit Namen oder Initialen. Damit zeigst du, dass du das Feedback deiner Kunden schätzt.
Und per E-Mail oder WhatsApp?
Der Bundesgerichtshof hat 2018 entschieden, dass eine Kundenzufriedenheitsbefragung per E-Mail als Werbung zählt, auch wenn mit derselben E-Mail die Rechnung kommt (BGH, VI ZR 225/17). Im Fall hatte ein Onlinehändler mit der Rechnung um eine „5-Sterne Beurteilung“ gebeten. Werbung per E-Mail braucht grundsätzlich eine Einwilligung. Für Bestandskunden gibt es Ausnahmen, aber nur unter Bedingungen, zum Beispiel muss der Kunde der Werbung widersprechen können.
Ob das für WhatsApp genauso gilt, kann ich nicht verbindlich sagen, ich bin kein Anwalt. Frag deshalb vorher im Gespräch, wie im Beispiel oben, und schick den Link nur, wenn der Kunde das möchte. Im Zweifel fragst du bei deiner Handwerkskammer nach.
Wie viele Bewertungen in deiner Branche üblich sind
Laut Google kann deine Platzierung in den Ergebnissen mit Karte besser ausfallen, je mehr Bewertungen du bekommst und je positiver sie sind. Wie viele normal sind, hängt stark von der Branche ab. Für meinen Artikel Warum dein Betrieb bei Google Maps nicht gefunden wird habe ich die Google-Profile von 198 Betrieben im Raum Wesel ausgewertet. 57 davon hatten weniger als zehn Bewertungen.
Zahlen als Tabelle
| Branche | Bewertungen im Median |
|---|---|
| Fliesenleger | 4 |
| Elektriker | 6 |
| Maler und Lackierer | 8 |
| Dachdecker | 12 |
| Heizung und Sanitär | 25 |
| KFZ-Werkstatt | 50 |
| Bäckerei | 132 |
Als Elektriker oder Fliesenleger liegst du mit fünfzehn ehrlichen Bewertungen also schon über dem Median. Eine Kampagne brauchst du dafür nicht. Einzelne Werte beruhen allerdings auf wenigen Betrieben, bei den Fliesenlegern auf neun.
Wenn du das abgeben willst
Das Fragen kann dir keiner abnehmen, das machst du oder dein Team beim Kunden. Den Rest kann ich übernehmen.
Mit Lokalpräsenz 360° räume ich dein Google-Profil einmalig auf, das kostet 190 Euro. In der Betreuung für 99 Euro im Monat lese ich jede neue Bewertung, antworte in deinem Ton und halte dein Profil aktuell.
Einmal im Monat bekommst du von mir eine ausführliche Auswertung: was deine Kunden immer wieder loben, wo sich Kritik häuft und wie sich beides im Vergleich zum Vormonat entwickelt. Dazu gebe ich dir konkrete Tipps, was du im Betrieb verbessern kannst. Die kommen aus eigener Erfahrung, denn ich habe fast zehn Jahre lang Betriebe geführt, aufgebaut und vermarktet, darunter mein eigenes Fitnessstudio und meine eigene Lasertag-Arena.
Die Betreuung ist monatlich kündbar. Haben mehrere Leute bei dir Kundenkontakt, zeige ich deinem Team in einer Schulung für 150 Euro, wann und wie es fragt. Alle Preise sind netto.
Autor: Manu. Die beschriebenen Situationen und Nachrichten sind Beispiele, keine Berichte über bestimmte Kunden.
Geprüfte Quellen und Belege
7 Quellen anzeigen
Geprüfte Quellen und Belege
7 Quellen anzeigen1. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern (Bewertungen und Platzierung, Antworten auf Bewertungen)
2. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Link oder QR-Code zum Anfordern von Rezensionen erstellen (Weg zum Bewertungslink, QR-Code nur am Computer)
3. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps für mehr Rezensionen (Antworten, Unterschrift bei Kritik, dazu im Quiz: Google-Konto und Anreize)
4. Google Unternehmensprofil-Hilfe: Kundenrezensionen verwalten (im Quiz: Prüfung von Antworten, Benachrichtigung des Verfassers)
5. Google Maps: Richtlinien für Nutzerbeiträge, verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte (Anreize, gezieltes Bitten um positive Bewertungen, Schreiben vor Ort, Interessenkonflikte)
6. Bundesgerichtshof: Urteil vom 10. Juli 2018, VI ZR 225/17 (Kundenzufriedenheitsbefragung per E-Mail als Werbung, Ausnahme für Bestandskunden)
7. Eigene Erhebung: 198 Betriebe aus zwölf Branchen im Raum Wesel, abgefragt am 22. September 2026 über die Google Places API, veröffentlicht in Warum dein Betrieb bei Google Maps nicht gefunden wird.


