Du hast eine Anzeige im Wochenblatt geschaltet und keine einzige Rückmeldung bekommen. Am selben Wochenende sitzt ein Sechzehnjähriger, der gut zu dir gepasst hätte, am Handy. Von dir hat er dort nichts gesehen.
Kurz gesagt
- 95 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen ihr Smartphone täglich. Zeitungen spielen bei ihrer täglichen Nutzung kaum eine Rolle.
- 2024/25 kamen rechnerisch 93 Bewerber auf 100 betriebliche Ausbildungsstellen. Rechnerisch gab es also mehr gemeldete Stellen als Bewerber.
- So sollte es sein: eine Seite mit offenen Stellen, echte Fotos, ein einfacher Weg zur Bewerbung und Antworten auf Kritik bei Google.
Der Selbsttest
Nimm dein Handy und geh die fünf Fragen durch, so wie es ein Bewerber tun könnte. Zu jedem Nein steht darunter, wie es sein sollte.
- Findest du bei Google etwas von dir, wenn du deinen Betriebsnamen plus „Ausbildung“ eintippst?
- Hast du auf deiner Website eine Seite mit offenen Stellen?
- Zeigen echte Fotos von dir und deinen Leuten, wie es bei dir aussieht?
- Kann sich jemand in unter zwei Minuten bei dir melden, ohne Anschreiben?
- Ist jede kritische Google-Bewertung von dir beantwortet?
Die fünf Fehler und wie es richtig aussieht
Fehler 1
Bewerber finden nichts
Woran es hakt
Findet ein Bewerber gar nichts, denkt er womöglich, dass es den Betrieb nicht mehr gibt. Findet er deinen Betrieb, aber nichts zur Ausbildung, fehlt die Seite mit offenen Stellen.
So sollte es sein
Bei deinem Betriebsnamen plus „Ausbildung“ findet man dein Google-Profil und eine Seite mit offenen Stellen. Wie das Profil vollständig wird, steht in Warum dein Betrieb bei Google Maps nicht gefunden wird.
Fehler 2
Keine Seite mit offenen Stellen
Woran es hakt
Ohne eigene Seite muss ein Bewerber raten, wer du bist, wie ein Tag bei dir aussieht und was er verdient.
So sollte es sein
Eine Seite mit offenen Stellen, oft Karriereseite genannt, beantwortet vier Fragen:
- Wer ist der Chef? Ein Foto von dir und drei Sätze in deinen Worten.
- Wie läuft ein Tag ab? Wann Arbeitsbeginn ist, womit angefangen wird, wie viele im Team sind, was Feierabend heißt.
- Was verdient man? Eine Zahl oder eine Spanne, bei Azubis die Vergütung pro Lehrjahr. Fehlt sie, muss der Bewerber raten.
- Wie bewirbt man sich? Ein Weg, ein Klick und eine Antwortzeit, die du auch einhältst.
„Wir bieten ein motiviertes Team und abwechslungsreiche Tätigkeiten“ kann jeder schreiben. Diese vier Antworten dagegen sind überprüfbar.
Fehler 3
Keine echten Fotos
Woran es hakt
Ohne echte Bilder weiß ein Bewerber nicht, wie es bei dir aussieht, bevor er zum ersten Mal vorbeikommt.
So sollte es sein
Auf der Seite sind echte Bilder von deiner Werkstatt, deinen Fahrzeugen und deinem Team bei der Arbeit. Die kannst du mit dem Handy selbst machen, nachdem du die Leute gefragt hast.
Fehler 4
Bewerbung zu umständlich
Woran es hakt
Ein Anschreiben als PDF oder ein Formular mit vierzehn Pflichtfeldern hält einen Sechzehnjährigen womöglich ab. Eine WhatsApp-Nachricht ist schneller geschrieben.
So sollte es sein
Auf der Seite stehen deine WhatsApp-Nummer und ein Satz wie: „Schick mir deinen Namen und warum du dich meldest, ich rufe zurück.“ Das hilft auch einem Gesellen, der sich neben dem Job umschaut.
Fehler 5
Kritik bleibt unbeantwortet
Woran es hakt
Eine verärgerte Bewertung von einem Ex-Mitarbeiter, seit zwei Jahren unbeantwortet: Wer so etwas liest, zieht womöglich Schlüsse darüber, wie es sich bei dir arbeitet.
So sollte es sein
Jede kritische Bewertung hat eine sachliche Antwort von dir. Die zeigt, dass du dich kümmerst. Wie das geht, steht in Mehr Google-Bewertungen bekommen.
Woher die Zahlen stammen
Die Werte zu Jugendlichen stammen aus der JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest mit 1.200 Befragten zwischen zwölf und 19 Jahren. Wer die Bildschirmzeit am eigenen Smartphone ablesen kann, kommt dort im Schnitt auf 231 Minuten am Tag.
Die 93 Bewerber auf 100 betriebliche Stellen nennt die Bundesagentur für Arbeit für das Ausbildungsjahr 2024/25. Im Handwerk blieben 2024 laut Berufsbildungsbericht 2025 rund 19.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, 18 Prozent aller betrieblich gemeldeten Stellen im Handwerk.
Wenn du das angehen willst
Eine Seite mit offenen Stellen kann gut der Anlass sein, überhaupt mit einer Website anzufangen. Bei Firmenflow baue ich die Seite, die am Handy und am PC funktioniert, schreibe die Texte und komme auf Wunsch zum Fotografieren zu dir nach Wesel und Umgebung.
Ein Onepager, also eine Website auf einer einzigen Seite, startet bei 690 Euro netto. Ein Auftritt mit mehreren Seiten, etwa mit einer eigenen Seite für offene Stellen, liegt darüber, den Festpreis nenne ich dir vorher. Der Fototermin kostet 350 Euro. Für Hosting, also den Betrieb der Website im Netz, Updates und 30 Minuten Änderungen kommen 39 Euro im Monat dazu, monatlich kündbar. Alle Preise sind netto.
Wie viele Bewerbungen dabei herauskommen, kann dir niemand versprechen, ich auch nicht. Schick mir deinen Betriebsnamen, dann sehe ich mir an, was ein Bewerber gerade über dich findet.
Autor: Manu. Die beschriebenen Situationen sind Beispiele, keine Berichte über bestimmte Kunden.
Geprüfte Quellen und Belege
3 Quellen anzeigen
Geprüfte Quellen und Belege
3 Quellen anzeigen1. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: JIM-Studie 2025, Bericht als PDF (Befragung von 1.200 Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren, 2. Juni bis 12. Juli 2025; Geräteausstattung, Bildschirmzeit und tägliche Mediennutzung)
2. Bundesagentur für Arbeit: Ausbildungsmarktbilanz 2024/25 (Veröffentlicht am 30. Oktober 2025; Stichtag 30. September 2025, im Quiz: 54.000 unbesetzte Stellen und 40.000 unversorgte Bewerber)
3. Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Berufsbildungsbericht 2025 (Berichtsjahr 2024; im Handwerk blieben rund 19.000 und damit 18 Prozent aller betrieblich gemeldeten Ausbildungsstellen unbesetzt)


